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Frau Waltraud Lučić Vorsitzende des Münchner Lehrerund Lehrerinnenverbandes e.V. (MLLV), Vizepräsidentin des Bayerischen Lehrerverbands.

Frau Lučić ist Mutter einer 26jährigen Tochter mit Migrationserfahrung und setzt sich für Chancengerechtigkeit unserer Mitbürger mit nichtdeutscher Muttersprache ein. Sie arbeite für ein gleichwertiges, friedvolles Miteinander, an einer Integration, die auch uns fordert und die jene Assimilation überwinden hilft, die nur von anderen eine Bringschuld erwartet.

Als Verbandsvertreterin, Vorsitzende des Münchner Lehrer- und Lehrerinnenverbands und Vizepräsidentin des Bayerischen Lehrerverbands, setze Sie sich für die bestmögliche Förderung aller Kinder, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft und von ihrem ethnischen Hintergrund ein.

„Bildung ist für die persönliche Sozialisation und auch für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft eine bedeutende Frage. Dazu brauchen wir ein ganzheitliches Bildungsverständnis. Kognitives, soziales, kulturelles, kreatives und emotionales Lernen müssen eng miteinander verbunden in ein Gesamtkonzept von Bildung integriert werden.“ Somit hatten die Anwesenden die Gelegenheit direkt mit Frau Lučić, einer engagierten Persönlichkeit aus dem wichtigen Bereich Bildung verschiedene Fragen zu erörtern. Angefangen von fehlenden Kindergartenplätzen, Übertrittchancen bis hin zur Ausbildungsreife wurden vielen Fragen erörtert und nach Lösungen gesucht.

 Fehlende Kindergartenplätze

Dieses Thema beschäftigt viele junge Eltern und die Politik ist bis jetzt nicht im Stande eine Lösung für diese Situation zu finden. Mittlerweile ist die Situation so schlecht dass durch Wettbewerbe Krippenplätze gewonnen werden können. Ein Beispiel ist der Wettbewerb eines Radiosenders der in den Pasing Arcaden im Wettkrabbeln oder im Bobbycar-Rennen ausgetragen wird. Frau Lučić setzt sich über Ihren Beruf hinaus sehr stark für eine Verbesserung der Situation ein.

 Gestiegene Schulische Anforderungen

Die schulischen Anforderungen die mittlerweilen an die Kinder gestellt werden sind nach Angaben einiger Anwesenden so hoch dass pro Tag mehrere Stunden zu Hause gelernt werden muss. Das können einige Eltern weder zeitlich noch vom Wissenstand her aufbringen. Frau Lučić wies darauf hin das die Anforderungen durch die Wirtschaft und Industrie in vielen Bereichen gestiegen ist und die Schule nach Rahmenlehrplan Wissensbereiche vermitteln muss. Wichtig ist das die Eltern die Hausaufgabenkontrolle durchführen und bei sehr hohen Anforderungen das Gespräch mit der Lehrerin suchen.

 Zuhause Deutsch sprechen

Immer wieder ist zu hören dass von den Lehrern erwartet wird das Migranten zuhause Deutsch sprechen sollen. Frau Lučić ist gegen diese Aussage, in der Schule und im Umfeld des Kindes wird genug Deutsch gesprochen und solange die Deutschkenntnisse des Kindes gut sind kann uns sollte vor allem in den eigenen vier Wänden die eigene Sprache gesprochen werden. Frau Lučić betonte mehrmals das die eigene Heimatsprache die Sprache des Herzens ist und diese mit all denen gesprochen werden sollte die man Liebt. Natürlich ist aber für das vorankommen der Kinder die deutsche Sprache sehr wichtig und sollte soweit wir notwendig unterstützt werden, zum Beispiel durch Lesen von deutscher Literatur.

 Interesse von Migranten an Bildung

Hierbei geht es vor allem um das Thema Elternabend und die geringe Teilnahme von Migrantenfamilien. Viele Migranten haben eine geringe beruflich Qualifikation und gehen somit schlecht bezahlten Job nach, meistens nicht nur einem sondern gleich mehreren Jobs. Deshalb können viele Elternteile nicht in den Abendstunden an Elternabenden teilnehmen. Angeregt wurde die Elternabende zu verschiedenen Zeiten auszuführen um mehr Migrantenfamilien zu erreichen. Darüber hinaus sehen viel der Anwesenden die sprachliche Barriere als einen weiteren Grund wieso die Migranteneltern nicht zum Elternabend kommen. Eine Übersetzung der beim Elternabend gesprochenen würden viele Anwesende begrüßen.

 Übertritt nach der 4.Klasse

Der Übertritt ist ein zentrales Thema für viele Eltern, hier wird in Alter von 10 Jahren die schulische Laufbahn des Kindes grundlegend festgelegt. Diese hat große Auswirkungen auf die berufliche Laufbahn. Grundsätzlich herrscht die Meinung das Migrantenkinder beim Übertritt benachteiligt werden. Frau Lučić vertritt die Meinung das bei notwendigen Notendurchschnitt und dem Mitspracherecht der Eltern keinem Kind der Übertritt an die Realschule oder Gymnasium verwehrt werden kann. Es ist aber wichtig das frühgenug mit dem Übertritt geplant werden muss und Gespräch mit den Lehrern geführt werden müssen.

 Trennung der Klassen nach Herkunft

Anwesende berichteten von Klassen die zum großen Teil, über 90%, oder sogar gänzlich nur aus Migranten bestehen. Frau Lučić zeigte dafür eine Regelung auf die genau so eine Situation verhindern soll. Es ist nicht zulässig das Schulen Klassen zusammenstellen die auf die Herkunft der Schüler ausgerichtet ist. Hier müssen die Eltern der Schüler aktiv werden und mit der Schulleitung diese rechtlich nicht zulässige Situation besprechen. Auch hier gibt es einige Wege und Werkzeuge, die auch angesprochen wurden, um dass zu verbessern. Zusammenfassend sprach sich Frau Lučić dafür aus:

 Dass als erstes immer ein Gespräch mit den Zuständigen Personen oder Behörden gesucht werden muss  Dass die Eltern Ihren Beitrag bei der Erziehung der Kinder stärker tragen müssen  Dass gemeinsam nach Lösungen gesucht werden muss und das vor allem im Interesse der Kinde

Darüber hinaus wurde angeregt das eine mögliche Zusammenarbeit zwischen dem Münchner Lehrer- und Lehrerinnenverbands und dem AEV gewünscht ist und dafür weitere Gesprächsrunden bald stattfinden werden.

Der AEV bemüht sich nicht nur durch eigene Kursangebote die Situation der Kinder und Jugendlichen in Deutschland zu verbessern sondern sucht auch in der Zusammenarbeit mit wichtigen Organisationsmodellen nach Lösungen in Form von Projekten die zugeschnitten auf die Personengruppen deren Zukunftschancen zu verbessern. Hierfür werden jeden Monat Persönlichkeiten aus der Politik, verschiedenen Organisationen zu offenen Gesprächsrunden zum AEV eingeladen. Als nächste findet nächsten Monat eine Gesprächsrunde mit Frau……. mit dem Thema…….statt. Alle Interessierten sind eingeladen aktiv an den Gesprächen und der Lösungsfindung teilzunehmen.

Der AEV Vorstand und seine Mitglieder und die Anwesenden bedanken sich herzliche bei Frau Lučić für die offene Diskussion, die Ratschläge und Ihre Engagement in dem sehr wichtigen Thema Bildung